Oliven

Anbau der Oliven

Rund 300 alte Olivenbäume wachsen auf einer Fläche von 2.5 Hektaren. Der grösste Teil der Bäume gehört zur autochthonen (in der geographischen Region entstandene) Sorte «Morrut» (ca. 70%) gefolgt von den zwei ortstypischen Sorte «Sevillenca» (25%) und «Farga» (5%). Die drei Sorten sind die typischen Vertreter des ausgedehnten Olivengürtels des unteren Ebrotals. Die drei Sorten werden seit hunderten von Jahren in dieser Gegend angebaut und verleihen der Landschaft dieser Region ein typisches Gepräge.

Die Früchte der drei Sorten sind durch unterschiedliche Eigenschaften geprägt (z.B. Reifezeitpunkt, Grösse, Farbe). Entsprechend unterschiedlich im Geschmack sind auch die sortenreinen Öle. Traditionell werden in dieser Region die Öle der drei Sorten gemischt. Dadurch erhält das Gemisch die typischen Eigenschaften in Geruch und Geschmack der Region.

Terrassen sind charakteristisch für die Landschaft der Region
Olivenanlage mit alten Bäumen

Erste Erfahrungen

Erntezeitpunkt

Aufgrund der Erfahrungen und auf Anraten von regionalen Fachpersonen ernten wir die Oliven 2–3 Wochen früher als es in der Region üblich ist. Dadurch erhalten wir ein Öl, das fruchtiger und pfeffriger ist und etwas mehr Bitterstoffe enthält als wenn wir mit der Ernte länger zuwarten würden. Wir können damit auch den Befall der Oliven durch die Olivenfliege wesentlich vermindern. Dies ist für die gute Qualität des Öls sehr wichtig. Dank diesen Massnahmen hat unser Öl einen tiefen Säuregehalt (0.3% – 0.4% freie Fettsäuren) und darf mit dem Prädikat «erste Güteklasse» oder «extra vergine» ausgezeichnet werden.

Oliven sind reif für die Ernte

Pflanzenschutz

Olivenbäume und die Früchte können sowohl von Insekten als auch Pilzen, Bakterien und Viren befallen werden.

Ab Juli kann die Olivenfliege zu einem ernsthaften Schädlingsproblem werden. Ende Juni/Anfang Juli hängen wir 100 Köderfallen auf, die bis zur Ernte Tausende dieses Schädlings fangen und abtöten. Mit unseren regelmässigen Befallsüberwachungen von Schädlingen und Dank der Beratung durch lokale Experten kamen wir bis jetzt ohne jeglichen Einsatz von Insektiziden gegen die Olivenfliege über die Runden.

Im Frühling und Frühsommer müssen auch Pilzkrankheiten an den Blättern überwacht werden. In der Regel sind die Witterungsbedingungen so günstig (viel Wind und wenig Niederschläge), dass keine Fungizide gegen Pilzkrankheiten eingesetzt werden müssen. Als bis jetzt einzige Massnahme mussten wir im April 2016 eine Kupferspritzung (auch im biologischen Anbau erlaubt) gegen Pilzkrankheiten durchführen.

Auf der Finca werden keine Herbizide gegen unerwünschte Pflanzen eingesetzt. Wenn nötig, werden diese mechanisch (Schnitt oder Hacke) reguliert.

Oliven sind reif für die Ernte

Bodenschutz und -pflege

Bei starken Regenfällen ist die Bodenerosion durch abfliessendes Wasser ein Problem, auch wenn die Trockenmauern dabei wichtige Barrieren bilden. Wir sind daran, ein Anbausystem mit Untersaaten und gehäckseltem Baumschnitt als Mulch zu entwickeln, das die Abschwemmung des Bodens weitgehend verhindern soll.

Während früher die Begleitflora im Frühjahr regelmässig mit Hilfe von Herbiziden bekämpft wurde, haben wir uns gleich von Anfang an dafür entschieden, keine Herbizide einzusetzen. Das heisst aber nicht, dass wir das „Unkraut“ beliebig wachsen lassen. Anstelle von Herbiziden mähen wir die Begleitvegetation, wo sie stark wächst und den Olivenbäumen zu viel Konkurrenz fürs Wasser und für die Nährstoffe macht. Wo die Bodenbedeckung durch die Begleitflora nur mässig bis schwach ist, begnügen wir uns mit dem Schneiden von Pflanzen, die sich zu Problemunkräutern entwickeln können und z.B. die Ernte erschweren würden oder sich längerfristig zu Büschen entwickeln könnten.

Innerhalb von zwei Jahren hat sich die natürliche Begleitflora spontan zu einer teilweise geschlossenen Vegetationsdecke entwickelt, so dass der Boden weitgehend vor Erosion geschützt ist. An einigen Stellen, wo der Boden mager und flachgründig ist, konnte sich die Spontanvegetation zu wenig entwickeln und wir haben uns im Herbst 2017 entschieden, an diesen Stellen trockentolerante Gräser und Kleearten einzusäen. Wegen der grossen Trockenheit im Winter 2017/18 hat das Saatgut praktisch nicht gekeimt und der Erfolg war nur mässig. Wir werden im Januar 2018 die Einsaaten mit noch besser angepassten Gras- und Kleesorten wiederholen und hoffen, dass die Niederschläge kräftig genug sind und die Einsaaten sich entwickeln können.

Als Ergänzung zur grünen Bodenbedeckung haben wir uns im Sommer 2017 entschlossen, eine Häckselmaschine anzuschaffen, mit der wir die Äste des Baumschnitts fein häckseln können. Das Schnittgut, bestehend aus Olivenblättern und Holzstückchen, verteilen wir  auf die Flächen zwischen den Olivenbäumen, und wo nötig, arbeiten wir das Material oberflächlich in den Boden ein damit es schneller verrottet und den Boden stabilisiert. Mit dieser Massnahme können wir den Anteil an organischem Material im Boden langfristig verbessern, führen dem Boden Nährstoffe zu, vermindern das schnelle Austrocknen des Bodens und schützen ihn vor Erosion.

Blumen schützen den Boden vor Erosion